Beim Umzug denkt man an Kartons und Kaution – und merkt erst in der neuen Wohnung, dass das Internet fehlt. Dabei ist der Fall meist einfacher als gedacht: Dein Anschluss zieht in der Regel einfach mit um. Entscheidend ist nur eine Frage, und die solltest du früh stellen.
Die eine Frage, die alles entscheidet
Kann dein Anbieter an der neuen Adresse liefern? Davon hängt ab, ob der Vertrag weiterläuft oder ob du ihn loswirst – auch mitten in der Laufzeit.
Er liefert zu gleichen Bedingungen
Der Normalfall. Dein Anbieter muss dich an der neuen Adresse weiter versorgen, der Vertrag läuft unverändert durch. Du meldest nur den Umzug mit Wunschtermin – mehr ist nicht zu tun.
Er liefert, aber langsamer
Kommt vor, wenn am neuen Ort nur eine schwächere Leitung verfügbar ist. Dann bekommst du weniger, als du bezahlst – und darfst entsprechend weniger zahlen oder den Vertrag beenden. Lass dir die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit vor dem Umzug schriftlich bestätigen.
Er liefert dort gar nicht
Dann steht dir ein Sonderkündigungsrecht zu: Kündigung mit einer Frist von einem Monat, unabhängig davon, wie lange der Vertrag sonst noch laufen würde.
Was der Umzug kosten darf
Ein Umzugsentgelt ist erlaubt, aber gedeckelt: Es darf die tatsächlichen Kosten des Anbieters nicht übersteigen. Üblich sind Beträge in der Größenordnung einer Monatsgebühr. Wird deutlich mehr verlangt, lohnt der Widerspruch – und der Blick in die Preisliste deines Vertrags.
Ohne Funkloch umziehen
- Sechs Wochen vorher melden, mindestens aber einen Monat. Dann kann der Anbieter die Umschaltung auf deinen Wunschtermin legen.
- Den Termin auf den Einzugstag legen, nicht auf den Auszugstag – sonst sitzt du in der alten Wohnung schon ohne Netz.
- Router mitnehmen, wenn er dir gehört. Geliehene Geräte bleiben beim Anbieter angemeldet.
- Mobiles Internet als Puffer einplanen, falls die Umschaltung sich verzögert – ein paar Tage Datenvolumen über das Handy überbrücken viel Ärger.
Wenn der Anschluss zu spät freigeschaltet wird, steht dir eine Entschädigung zu. Das Telekommunikationsgesetz sieht dafür eine nach Verzugstagen gestaffelte Zahlung vor. Von selbst überweist sie kaum ein Anbieter – du musst sie aktiv einfordern. Notiere deshalb genau, ab wann der Anschluss hätte stehen sollen und wann er tatsächlich lief.
Der teure Standardfehler
Viele schließen für die neue Wohnung einfach einen neuen Vertrag ab – und lassen den alten weiterlaufen, weil die Mindestlaufzeit noch nicht um ist. Das Ergebnis sind zwei Rechnungen für einen Haushalt, oft über Monate. Prüfe immer zuerst, ob der bestehende Vertrag mitkommt, bevor du einen zweiten unterschreibst.
Musterschreiben: Umzug melden
Betreff: Umzug – Mitnahme meines Anschlusses, Kundennummer [Nummer]
Sehr geehrte Damen und Herren,
zum [Umzugsdatum] ziehe ich um. Bitte stellen Sie meinen Anschluss zu diesem Termin an meiner neuen Adresse bereit: [Straße, PLZ, Ort].
Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Schalttermin sowie die an der neuen Adresse tatsächlich verfügbare Bandbreite.
Sollten Sie dort nicht oder nur mit geringerer Leistung liefern können, betrachten Sie dieses Schreiben zugleich als Kündigung zum nächstmöglichen Termin.
Mit freundlichen Grüßen
[Name, Datum]
Wann sich ein Wechsel trotzdem lohnt
- Deine Mindestlaufzeit ist abgelaufen. Dann bist du ohnehin monatlich kündbar – der Umzug ist ein guter Anlass, die Konditionen zu prüfen.
- Am neuen Ort gibt es deutlich mehr Leitung. Wo Glasfaser liegt, ist ein alter DSL-Vertrag schnell überholt.
- Das Umzugsentgelt ist höher als der Vorteil eines Neuvertrags. Rechne beides gegeneinander, bevor du dich entscheidest.
Und falls du gerade ohnehin alles umstellst: Wie der Strom beim Umzug richtig läuft, steht in unserem Beitrag zum Ummelden des Stromanbieters.
Tarife vergleichen
Prüfe den Vergleich mit der neuen Postleitzahl – welche Technik verfügbar ist, unterscheidet sich von Straße zu Straße.
Häufige Fragen
Kann ich meinen DSL-Vertrag beim Umzug mitnehmen?
In der Regel ja. Dein Anbieter muss dich an der neuen Adresse zu denselben Bedingungen weiter versorgen, wenn er dort verfügbar ist. Der Vertrag läuft dann einfach weiter.
Was gilt, wenn mein Anbieter an der neuen Adresse nicht liefern kann?
Dann steht dir ein Sonderkündigungsrecht zu. Du kannst den Vertrag mit einer Frist von einem Monat kündigen, unabhängig von der restlichen Laufzeit.
Darf der Anbieter für den Umzug Geld verlangen?
Ja, ein Umzugsentgelt ist zulässig, aber begrenzt: Es darf die tatsächlichen Kosten nicht übersteigen. Üblich sind Beträge im Bereich einer Monatsgebühr.
Wie lange vorher muss ich den Umzug melden?
Plane etwa sechs Wochen ein, mindestens aber einen Monat. So kann der Anbieter die Umschaltung auf deinen Wunschtermin legen.
Was passiert, wenn der neue Anschluss zu spät freigeschaltet wird?
Dann hast du Anspruch auf Entschädigung. Das Telekommunikationsgesetz sieht dafür eine nach Verzugstagen gestaffelte Zahlung vor – frag sie aktiv beim Anbieter an, von selbst zahlt kaum einer.
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind immer die Bedingungen deines konkreten Vertrags.
